www.First-Movement.de  / Die deutsche Electric Light Orchestra Informationspage

oder "Wie ein Traum Wirklichkeit wurde"

 
Der 23.Mai 2001, das erste Konzert
Alles begann damit, dass ich nicht zur ELO VH 1 Storytellers Aufzeichnung nach New York konnte, obwohl ich immer sagte, ich werde dorthin gehen, wo Jeff Lynne auftreten wird, aus der Traum ! Alle die dort waren, schwärmten  davon und waren überwältigt. Eine PBS Aufzeichnung in Los Angeles sollte im Mai folgen, wo vielleicht auch  wieder Fans dabei sein könnten. Da es immer mein größter musikalischer Wunsch war einmal Jeff Lynne live auf  der Bühne zu © Mike Frankeerleben  kontaktierte ich Lynn Hoskins,  die Moderatorin der ELO Showdown Mailingliste im Internet,  ob es eine Möglichkeit für mich gäbe. Das Unfaßbare geschah am 13. Mai, sie bestätigte mich für beide ELO Auf-  zeichnungen in Los Angeles. Ich war wie benommen, buchte am 14. Mai meinen Flug, welcher wirklich mit einer  Boeing 747ging und war bereits am 18. Mai gegen 18 Uhr das erste mal in meinem Leben in den USA - nur für Mr. Jeff Lynne ! Bis zum 22. Mai lernte ich die Stadt und Strände  kennen. Am Abend gab es ein erstes Aufwärmtreffen  der ELO Fans. In der  Mainstreet in Santa Monica, im " O´Briens" einem irischen Pub trafen wir uns gegen 18 Uhr.  Nicholas Schmidt, ein deutscher Fan welcher schon seit 6 Jahren Vorort lebt, organsierte dieses erste oder auch  zweite kennen lernen, denn einige Gesichter kamen mir schon bekannt vor. Rob Caiger, Ralf Zurloh und der  Schweizer Markus Brunner waren auch dabei. Der 23. Mai sollte dann für uns alle einer der großartigsten Momente  unseres ELO Lebens werden. Im " Canter´s Deli " Restaurant in  North Fairfax traf sich ab 15 Uhr die ELO Weltfan-  gemeinde, 10 Minuten entfernt von den CBS Studios. Vom ganzen Globus kamen sie aus Australien, Neuseeland, Japan, Argentinen, Chile, USA, Kanada, Großbritannien, Schweiz, Ghana und Deutschland. Endlich konnte ich zu  den ganzen e-mail Namen auch die Gesichter  sehen und zuordnen. Ich lernte endlich die bezaubernde Lynn  Hoskins persönlich kennen. Nachdem wir unsere Tickets von Andrew erhalten haben fuhren wir gegen 17.30 Uhr  rüber auf das Studiogelände der CBS. Ja unglaublich, dank unserer Tickets konnten wir hier wirklich bequem  parken. Vor dem Bereich des Hintereingangs der Bühne 36 war ein Sicherheitstor, wie man es auch von Flughäfen  her kennt. Keine Kameras, Mobiltelefone oder andere elektrische Geräte durften passieren sondern mußten bei der  CBS Security abgegeben werden. Nun saßen wir Fans auf Betonbänken und warteten auf den Einlaß. Ein CBS  Kamerateam versuchte krampfhaft verschiedene Fans zu interviewen, natürlich voll gestellt. Man erwartete auf  diese und jene Antwort etwas ganz besonderes und sollte es wiederholen, wenn man etwas © Mike Frankeunsicher antwortete.  Aber dann ging es doch kurz nach 18 Uhr hinein in die Halle, die gut klimatisiert war. Wir zeigten unser Ticket der  freundlichen CBS Dame und waren erstaunt wie klein doch alles war und dann sahen wir dieses halbkugelige  Gebilde auf der Bühne, sofort war mir klar, das ist ein neues ELO Raumschiff, für das 21 Jahrhundert gebaut,  unglaublich. Bald würde sich das Geheimnis im Inneren für uns lüften. Die ersten 3 Reihen waren wohl nur für  VIP´s reserviert. Es gab zwar Platzanweiser, aber jeder kämpfte mehr oder weniger für sich selbst. Ich war damit  zufrieden nicht ganz weit vorne, aber dafür mittig zu sitzen, ungefähr 10 Meter von dem Raumschiff entfernt. Die  Stuhlreihen selbst bildeten einen Halbkreis um die Bühne herum, keine Kamera störte den Blickfang, da sie alle  hinter, über  oder mobil waren. Ich zählte 7 Stück davon, eine an einem gewaltigen Auslegerarm befestigt und  mehrere tragbare mobile. Hinter den Standkameras war eine Tribühne für die Presse und After Show Party Gäste. Die Höhe des gesamten Raumes konnte ich schwer schätzen, aber es hingen unzählige Scheinwerfer von den  Seiten und der Decke herab. Die Wände waren alle dunkel, mit schwarzem Stoff verhüllt, in denen kleine Lampen leuchteten, so daß man den Eindruck gewann vor einem Sternenhimmel zu stehen. Ungefähr 150 Journalisten  und VIP´s sowie 150 Fans aus der ganzen Welt füllten diesen Saal. Eine junge Frau von CBS trat nach vorne, ein  Spot fiel auf sie und sie begrüßte uns stehend vor dem geschlossenen Raumschiff. Sie bedankte sich für unser  kommen, wünschte uns eine gute Show und das wir doch ruhig richtig mit machen sollten. Ganz wichtig war, das wir doch bitte alle elektronischen Geräte ausschalten sollten, war wohl eher für  die Presse bzw VIP´s gedacht, wir hatten ja nicht´s mit hinein nehmen können. Als letztes sagte sie das es gleich los gehen würde. Eine freun´dliche männliche Lautsprecherstimme bat uns nochmals alle Platz zu nehmen. Das Licht wurde dunkler, das  Raumschiff begann zu strahlen, ein spaciges Intro erklang und dann öffnete sich langsam diese  Halbkugel in  einzelnen vertikalen Segmenten, die Teile wurden nach oben gezogen und die Körper der einzelnen Musiker  gewannen an  Gestalt. Bis jetzt saßen wir noch. Dann, dann endlich stand mein Idol leibhaftig, nur wenige Meter  vor mir, ich war wie geschockt, fasziniert - Jeff Lynne. Links saßen die  beiden Cellistinen Nancy Stein - Ross und  Peggy Baldwin mit ihren transparenten Instrumenten. Marc © Mike FrankeMann an der E - Gitarre mit französischer Baskenmütze,  dann Jeff´s Freundin Rosie Vela Gesang, Jeff Lynne Gesang, E -Gitarre, Akustik Gitarre,  Gregg Bissonette  Schlagzeug, Bruder Matt Bissonette Baß und ganz rechts außen unser aller Richard Tandy Klavier, Synthesizer.  Sofort standen alle Fans bei dem  ersten Stück " Do Ya " und waren überwältigt. Es fällt mir sichtlich schwer zu  beschreiben was in mir alles vor sich ging, es war einfach die perfekteste  Sache der Welt in diesem Augenblick  für mich. Jeff und all die anderen auf der Bühne waren ganz in schwarz gekleidet, obwohl wahrlich keine Trauer  herrschte. Er machte auf mich einen sehr  gelösten Eindruck und sang und spielte vor allem auf den Punkt genau.  Ohne Fehler oder Unstimmigkeiten, halt ein absoluter Profi sang die Lieder, die wir alle so mögen. Er bedankte  sich nach jedem Lied und auch die Maskenbildnerin kam ständig zwischen den Songs um Jeff und Rosie, aber  auch die Cellistinen ab zu tupfen und wieder TV tauglich her zu richten. Eine Leinwand wurde für verschiedene  Lieder im Raumschiff auf und wieder abgeklappt. Dort liefen verschiedene farbige Animationen. Jeff wechselte oft  zwischen E - Gitarre und der Akustischen. Gefeiert wurde jeder Song wie die Auferstehung eines Uralten Traumes eines jeden Fans dieser Musik. Nach so vielen Jahren war es auch für viele Zuhörer  das aller erste mal in ihrem  Leben, wie auch für mich  selbst. Telephone Line hatte z. B. ein neues Intro und Mr. Blue Sky wurde ohne das  Outro am Ende gespielt. Die tollste Version für mich an diesem Abend war " One Summer Dream ". Einfach genial,  perfekt !!! Rosie Vela paßt ausgezeichnet in die Band. Nicht nur optisch, auch stimmlich gibt sie ELO einen  exotischen, erotischen touch. Die beiden Streicherinnen waren ebenfalls etwas für´s Auge und Gehör. Nach gut 60  Minuten gab es eine Pause, Ende von ACT 1. Während der Pause blieb das Raumschiff geöffnet und wir sahen  uns das Schiff von Nahem an. Wir saßen auf der Kante vom  Raumschiff und konnten es nicht glauben. ACT 2 begann mit dem niemals zuvor live gehörten " Tightrope ". Mit " Ordinary Dream " wurde noch ein Traum für mich wahr. Jeff machte hin und wieder Witze und jedesmal wenn er einen neuen Titel ankündigen wollte, riefen wir  bereits begeistert ZOOM, ZOOM, ZOOM... ." Don´t Bring Me Down " hatte ein tolles Soli von Richard Tandy und man  sah es ihm regelrecht an, wieviel Spaß er bei der ganzen  Show hatte. Er zeigte viel Elan und  trug mittlerweile  auch eine Brille, aber seine Augen konnte man sehen ! Bei " Roll Over © Mike FrankeBeethoven " mimte Jeff beim klassischen  Teil den Dirigenten, sehr lustig an zu sehen. Gegen 21.30 Uhr war dann die erste Show vorbei und wir alle waren  mehr als zufrieden mit diesem unglaublich, hervorragenden musikalischen Erlebnis an diesem Abend. Nach den  letzten Tönen von " Roll Over Beethoven " schloß sich langsam das Raumschiff, die einzelnen Segmente an denen unzählige Scheinwerfer hingen fügten sich wieder zu dieser Art Halbkugel zusammen. Innerhalb dieser neuen  Outromusik ertönte auch ganz  kurz das Intro, die ersten 3 bis 5 Sekunden von " Twilight ", fantastisch !!! Ein bezaubernder Auftritt und eine unbeschreiblich homogene qualitativ hochwertige Show ließ uns in die Nacht entgleiten. War es das wirklich oder sollte es gar noch einen größeren Höhepunkt geben können ? Viele Fans  warteten am Haupteingang auf die Band. Zuerst mußten sie aber zur After Show Party und sich der Presse stellen.  Der Sicherheitsbeamte von CBS bewachte die Tür, nur VIP`s hatten Zugang und plötzlich sahen wir wie Jeff & Rosie in Richtung Fahrstuhl gingen und er gab uns seine typische Handbewegung, beide Daumen nach oben, wir  jubelten vor Freude, hatten den Eindruck das Jeff sehr zufrieden gewesen sein muß. Wir hatten Hoffnung, welche  aber durch den farbigen Sicherheitsbeamten des Studios geschmälert wurde. Er sagte zu uns Wartenden: " Die  Band ist auf der After Show Party, sie wird nicht herunter kommen, sie wird keine Autogramme geben  und auch  keine Fotos mit uns machen lassen. " Nun gut, dank meiner Konzerterfahrung kannte ich solche Aussagen, aber  Jeff hatte diese Lächeln im  Gesicht gehabt. Nach gut 45 Minuten kam Richard Tandy vor die Tür, verdammt ist  der Mann dünn, aber krank sah er nicht aus. Meiner Meinung nach rauchte er etwas zuviel, aber er war unheimlich nett, nachdem ich ihm sagte dasich aus Deutschland käme fragte Richard mich : " Wie geht´s ? ". Wow, der Mann  spricht ja richtig gut deutsch, Respekt ! Es gab Autogramme und Fotos und nach meiner Frage, wie es denn mit Auftritten in Deutschland aussähe, meinte er nur, klar kommen wir, meine Freude war riesig. Dann die nächste  Überraschung, wer ist das denn, nein nicht Jeff, aber auch eine sehr Bekannte Persönlichkeit aus Großbritannien, Eric Idle einer der ehemaligen Mitglieder der sehr erfolgreichen englischen Comedytruppe " Monthy Phythons ".  Auch sollen Gary Wright und Jim Keltner, mit beiden arbeitete ja Jeff auch zusammen, Vorort gewesen sein, leider sah ich sie persönlich nicht. Dafür die bezaubernde Stepfanie - und Laura Lynne. Stefanie half einigen Fans mit  After Show Päßen und gewann durch diese Aktion sofort meine Sympathie und mein Herz. Die Familie Lynne war  an diesem Abend sehr nett, denn nun geschah für uns alle das unglaubliche, unfassbare. Jeff Lynne und Rosie  Vela kamen umringt von Sicherheitskräften durch die Tür und alle waren ausnahmslos begeistert. Wir, vor  unserem großen Idol stehend und Jeff, der sich sehr locker gab, lächelte und ging auf uns Fans zu. Es gab  Autogramme, der wohl größte Traum eines jeden von uns  und als er vor mir stand reichte ich ihm meine Hand  und Jeff Lynne ergriff diese lächelnd. Ich war in diesem Augenblick emotional in einer völlig anderen Welt. Ich  erzählte ihm kurz das ich 20 Jahre darauf  gewartet habe und sich nun mein Traum  erfüllt hat, das ich nicht eher  konnte, wegen des eisernen Vorhangs der mich von der westlichen Welt trennte. Ich bedankte mich für diese  großartige Musik und fragte  nach den Deutschlandkonzerten. Auch Jeff Lynne bestätigte mir persönlich, das  ELO und er sich auf Deutschland freuen und kommen werden. Innerlich war ich der glücklichste, zufriedenste  Mensch,  der ich je war. Auch Rosie war sehr nett und  wich nicht von Jeff´s Seite. Der schwarze Van wurde  vorgefahren und Rosie stieg ein, beifahrerseitig Jeff, gab er noch aus dem Wagen heraus Autogramme. Ein Freund von Jeff sagte, HEEE.. hier sind die Schlüssel, er nahm sie, gab sie Rosie und sie startete den Wagen, wendete ihn  und fuhr los. Beide winkten, Rosie hupte noch mehrmals  und sie entglitten in das nächtliche Los  Angeles.  Keine große Limousine mit Chauffeur, Rosie fuhr selbst. Gegen 23 Uhr waren wir zurück in " Canter´s Deli ".
zurück
© Text & Bildmaterial, Mike Franke