
Nach Jahrzehnten
als Fan von Roy Wood und Jeff Lynne möchte ich einmal erzählen
wie ich Fan dieser Musik geworden bin, und was ich in dieser Zeit erlebt
habe. Ich bin gerade noch in den 50ern geboren und hatte meinen ersten
Kontakt mit der Gruppe The Move vor dem Fernseher als der Revolutionäre
Beat-Club ausgestrahlt wurde. Mir gefiel die Beat Musik sehr, auch wohl
deshalb, weil unsere Eltern sie als Hottentottenmusik bezeichneten. Außerordentlich
gut fand ich SEE
MY BABY JIVE oft auf dem Jahrmarkt beim Auto-Skooter gehört zu haben,
dort wo sich die Jugendlichen zum Musikhören trafen, weil hier immer
die neuesten Scheiben gespielt wurden. (Auf dem Bild links seht ihr mich
im Jahr 1973 als DJ, und auf dem rechten Bild ging es vom Aussehen her
schon in Richtung Jeff Lynne. Diese Sonnenbrillen waren in dieser Zeit
ein Muß). In meiner 70er Sammlung fehlten natürlich auch nicht
die Künstler die neben Jeff und Roy im Radio oder TV gespielt wurden,
wie z.b. Slade, The Sweet, T.Rex (mochte ich besonders gerne) Hello und
die Glitter Band, die ich auch Live in einem Nachbarort erleben durfte.
Wir saßen auf Strohballen, direkt vor der Band mit ihren zwei Schlagzeugern.
Mir klingelten auf dem Rückweg nach Hause noch die Ohren, aber es
war toll. Mitte der siebziger hatten wir besonders viel Glück mit
Live Auftritten der gerade Aktuellen Künstler, denn rund um unseren
Ort spielten all die Stars die gerade "in" waren, wie Billy Ocean, Hank
the Knife & the Jets, Tina Rainford, Johnny Wakelin, Mungo Jerry, Kenny,
Long Tall Ernie, Boney M., Champagne, Buster, The Tremeloes, um nur einige
zu nennen. Nur Jeff und Roy habe ich zu dieser Zeit nicht sehen können.
Also kaufte ich mir halt die Schallplatten von meinen Lieblingen. Aber
in den 70ern war es als Teenager
nicht so einfach an diese Scheiben zu kommen, vor allem in einem kleinen
Ort im Norden von Deutschland. Also, musste ich öfter mit meinem älteren
Bruder in die Großstadt zu einem Top-Laden fahren, der seine Ware
ausschließlich aus England bekam. Es gab fast nur Lochcover-Exemplare,
außer man hatte das Glück die Erstpressungen zu bekommen. Die
Wizzard Single ARE YOU READY TO ROCK fand ich dort in der Grabbelkiste
für 50 Pfennig. Selbstverständlich bekam man in diesem Laden
die englischen Singles schon weit vor dem Erscheinungstermin der deutschen
Exemplare. Ich erinnere mich noch ans Jahr 1976 als ich mir die Single
LIVIN` THING im schwarzen Lochcover zulegte, eigentlich nur wegen der A-Seite,
obwohl mir die B-Seite FIRE ON HIGH ausgesprochen gut gefiel. Der Song
war so anders, sehr ungewöhnlich. Also wurde fast ausschließlich
die B-Seite auf meiner Dual 25 Watt Stereoanlage gedudelt. Meine Sammlung
war noch sehr bescheiden, da ich mir weniger die Singles, sondern
gleich die Alben zugelegt hatte. Zu dieser Zeit konnten auch keine TV Sendungen
aufgezeichnet und archiviert werden, weil es noch keine Möglichkeit
dazu gab, da die Videorekorder-Zeit erst sehr viel später kam. Also
wurden die Hitparaden aus dem Radio auf Tonband, und später mit dem
Kassettenrekorder von Blaupunkt mitgeschnitten, natürlich nur in Mono.
In den 70ern gab es Sendungen wie Hit oder Niete mit Mal Sandock
oder Günther Bollhagen mit seiner Hitparade am Mittwoch abend. Kult
war jedoch die "Internationale Hitparade-direkt vom Plattenteller" mit
Wolf Dieter Stubel im Radio auf NDR 2. Blöd war immer das Reingequatsche,
man hatte selten eine komplette Aufnahme, meist fehlte der Anfang und das
Ende. Zurechtschneiden mit PC ging ja noch nicht. Ich habe diese Sendung
jede Woche verfolgt und auf Musikkassette mitgeschnitten. Anfangs nur die
besten Songs, später die komplette Sendung.Oft reichte das Geld nur
für billig MC`s, später nahm ich schon die teuren Chromdioxid
von BASF. Sehr gerne gehört habe ich auf dem Deutschlandfunk über
Mittelwelle das Schlagerderby am Montag um 20:15 Uhr bis 21:30 Uhr. Der
Titel der Sendung war zwar "Schlager", gespielt wurden allerdings die Hits
der Woche. Alle vier Wochen gab es ein Intermezzo welches "zwischen den
Rennen" hieß. Dort wurden dann ab und an Konzertmitschnitte ausgestrahlt
oder Wunschtitel gespielt und Zuhörerbriefe vorgelesen. Der Empfang
über Mittelwelle war Miserabel, aber ich war froh immer die neuesten
Hits hören zu können. Heute ist es sehr viel einfacher Sendungen
aus dem Radio oder dem TV zu archivieren, oder Songs, Bilder und
Zeitungsberichte aus dem Internet zu laden. Wir Jugendlichen hatten nur
Zeitschriften wie die Bravo oder TV Sendungen wie den Beat-Club, später
dann den Musikladen oder Ilja Richters 4-3-2-1 Hot and Sweet, die Anfang
der 70er in Disco umbenannt wurde. In den Siebzigern gab es jede Menge
Musik die uns Teenager begeistert hat, auch ich habe die Verschiedensten
Musikstile gesammelt, aber bei mir ging es immer wieder in Richtung Jeff
Lynne und Roy Wood. Es war eine sehr unkomplizierte Zeit, es gab jede Menge
Dorfdiscos und Privatfeten mit sehr viel Spaßfaktor. Erst sehr viel
später wurde aus meiner Mini-E.L.O.-Sammlung eine Komplettsammlung,
auch dank dem Face the Music Fanclub, der mir sehr half die Songs mit Lynne
/ Wood Beteiligungen zu orten und zu sammeln. Wobei man bei Jeff und Roy
eigentlich nie von einer Komplettsammlung reden kann, da immer wieder
neues Material irgendwo auftaucht. Über Jahrzehnte wurde das Electric
Light Orchestra und die Musik von Jeff immer wieder totgeredet, trotzdem
ist es beachtlich wie oft Songs vom E.L.O. im TV und Radio gespielt werden.
Selbst Coverversionen oder einzelne Segmente von Jeffs Songs tauchen immer
wieder auf. Auch bei Filmproduktionen greift man des öfteren auf Lynne
Musik zurück wie zum Beispiel der Kassenschlager Robin Hood mit Kevin
Costner und dem Jeff Lynne Song WILD TIMES, oder die TV Produktion im Jahr
2005 Mutter aus heiterem Himmel mit MR. BLUE SKY. Gegenüber anderen
Musikstilen ist die Musik vom Electric Light Orchestra, wie ich finde,
Zeitlos. Irgendwann kam dann das Internet, an dem selbst ich nicht vorbeikam,
und ich versuchte mein Wissen und die Leidenschaft zur Musik von Jeff und
Roy an andere weiterzugeben und beschloss eine eigene Homepage über
das Electric Light Orchestra ins Leben zu rufen. Sehr viel Spaß bereiteten
mir die Fantreffen von FTM Germany, die in fast zweijährigen Abständen
stattfanden. Zuerst in Bonn, dann in Freiberg, Stuttgart, Berlin,
Frankfurt/M und Bremen. Mit all den Fans persönlich zu sprechen war
Sensationell. Fazit der Sammelleidenschaft: Es kostet Zeit, Geld und viel
Geduld... trotzdem, der Spaßfaktor bei diesem Hobby überwiegt.
Ich hoffe noch jede Menge an Material von Jeff und Roy zu bekommen und
wünsche allen genau so viel Spaß an der Sache. |