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Nach Jahrzehnten als Fan von Roy Wood und Jeff Lynne möchte ich einmal erzählen wie ich Fan dieser Musik geworden bin, und was ich in dieser Zeit erlebt habe. Ich bin gerade noch in den 50ern geboren und hatte meinen ersten Kontakt mit der Gruppe The Move vor dem Fernseher als der Revolutionäre Beat-Club ausgestrahlt wurde. Mir gefiel die Beat Musik sehr, auch wohl deshalb, weil unsere Eltern sie als Hottentottenmusik bezeichneten. Außerordentlich gut fand ich Ich 1973 als DJden Song FIRE BRIGADE von The Move. Meine erste Schallplatte war dann auch ein Sampler von Polydor mit verschiedenen Künstlern, auf dem unter anderem auch dieser Song war. Die LP hat an der Stelle des Move Songs schon sehr gelitten. Meine erste Single von The Move war TONIGHT, die ich im Fernsehen in Ilja Richters Disco `71 sah. Die Nachfolgesingle CHINATOWN hätte ich mir gerne gekauft, aber in unserem bescheidenen Plattenladen gab es kein Exemplar, außerdem reichte meistens das Taschengeld nicht aus. Erst später kam die Single in meine Sammlung. Das Electric Light Orchestra kam mit dem Song ROLL OVER BEETHOVEN in mein Gedächtnis. Dieser Song war  auf dem K-Tel Sampler "20 Power Hits", den ich mir im Jahr 1973 von meinem Ersparten kaufte. Außerdem schlug ich mit dem Kauf dieser LP gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Roy Woods SEE MY BABY JIVE war als Track 10 auf Seite 1 auch mit vertreten. Richtiger Fan von Jeff wurde ich erst mit dem Song MA-MA-MA BELLE und dem dazugehörigen Album "On The Third Day". Dieser Song zählt heute noch zu meinen Lieblingssongs. Parallel dazu lief immer Roy Woods Wizzard, da mich Roys Musik immer wieder faszinierte, auch weil die Songs von Wizzard immer etwas Chaotisch waren. Ich erinnere mich noch sehr gut daran den Song SEE MY BABY JIVE oft auf dem Jahrmarkt beim Auto-Skooter gehört zu haben, dort wo sich die Jugendlichen zum Musikhören trafen, weil hier immer die neuesten Scheiben gespielt wurden. (Auf dem Bild links seht ihr mich im Jahr 1973 als DJ, und auf dem rechten Bild ging es vom Aussehen her schon in Richtung Jeff Lynne. Diese Sonnenbrillen waren in dieser Zeit ein Muß). In meiner 70er Sammlung fehlten natürlich auch nicht die Künstler die neben Jeff und Roy im Radio oder TV gespielt wurden, wie z.b. Slade, The Sweet, T.Rex (mochte ich besonders gerne) Hello und die Glitter Band, die ich auch Live in einem Nachbarort erleben durfte. Wir saßen auf Strohballen, direkt vor der Band mit ihren zwei Schlagzeugern. Mir klingelten auf dem Rückweg nach Hause noch die Ohren, aber es war toll. Mitte der siebziger hatten wir besonders viel Glück mit Live Auftritten der gerade Aktuellen Künstler, denn rund um unseren Ort spielten all die Stars die gerade "in" waren, wie Billy Ocean, Hank the Knife & the Jets, Tina Rainford, Johnny Wakelin, Mungo Jerry, Kenny, Long Tall Ernie, Boney M., Champagne, Buster, The Tremeloes, um nur einige zu nennen. Nur Jeff und Roy habe ich zu dieser Zeit nicht sehen können. Also kaufte ich mir halt die Schallplatten von meinen Lieblingen. Aber in den 70ern war es als Teenager nicht so einfach an diese Scheiben zu kommen, vor allem in einem kleinen Ort im Norden von Deutschland. Also, musste ich öfter mit meinem älteren Bruder in die Großstadt zu einem Top-Laden fahren, der seine Ware ausschließlich aus England bekam. Es gab fast nur Lochcover-Exemplare, außer man hatte das Glück die Erstpressungen zu bekommen. Die Wizzard Single ARE YOU READY TO ROCK fand ich dort in der Grabbelkiste für 50 Pfennig. Selbstverständlich bekam man in diesem Laden die englischen Singles schon weit vor dem Erscheinungstermin der deutschen Exemplare. Ich erinnere mich noch ans Jahr 1976 als ich mir die Single LIVIN` THING im schwarzen Lochcover zulegte, eigentlich nur wegen der A-Seite, obwohl mir die B-Seite FIRE ON HIGH ausgesprochen gut gefiel. Der Song war so anders, sehr ungewöhnlich. Also wurde fast ausschließlich die B-Seite auf meiner Dual 25 Watt Stereoanlage gedudelt. Meine Sammlung war noch sehr bescheiden,  da ich mir weniger die Singles, sondern gleich die Alben zugelegt hatte. Zu dieser Zeit konnten auch keine TV Sendungen aufgezeichnet und archiviert werden, weil es noch keine Möglichkeit dazu gab, da die Videorekorder-Zeit erst sehr viel später kam. Also wurden die Hitparaden aus dem Radio auf Tonband, und später mit dem Kassettenrekorder von Blaupunkt mitgeschnitten, natürlich nur in Mono. In den 70ern gab es Sendungen wie Hit oder Niete mit  Mal Sandock oder Günther Bollhagen mit seiner Hitparade am Mittwoch abend. Kult war jedoch die "Internationale Hitparade-direkt vom Plattenteller" mit Wolf Dieter Stubel im Radio auf  NDR 2. Blöd war immer das Reingequatsche, man hatte selten eine komplette Aufnahme, meist fehlte der Anfang und das Ende. Zurechtschneiden mit PC ging ja noch nicht. Ich habe diese Sendung jede Woche verfolgt und auf Musikkassette mitgeschnitten. Anfangs nur die besten Songs, später die komplette Sendung.Oft reichte das Geld nur für billig MC`s, später nahm ich schon die teuren Chromdioxid von BASF. Sehr gerne gehört habe ich auf dem Deutschlandfunk über Mittelwelle das Schlagerderby am Montag um 20:15 Uhr bis 21:30 Uhr. Der Titel der Sendung war zwar "Schlager", gespielt wurden allerdings die Hits der Woche. Alle vier Wochen gab es ein Intermezzo welches "zwischen den Rennen" hieß. Dort wurden dann ab und an Konzertmitschnitte ausgestrahlt oder Wunschtitel gespielt und Zuhörerbriefe vorgelesen. Der Empfang über Mittelwelle war Miserabel, aber ich war froh immer die neuesten Hits hören zu können. Heute ist es sehr viel einfacher Sendungen aus dem Radio oder dem TV  zu archivieren, oder Songs, Bilder und Zeitungsberichte aus dem Internet zu laden. Wir Jugendlichen hatten nur Zeitschriften wie die Bravo oder TV Sendungen wie den Beat-Club, später dann den Musikladen oder Ilja Richters 4-3-2-1 Hot and Sweet, die Anfang der 70er in Disco umbenannt wurde. In den Siebzigern gab es jede Menge Musik die uns Teenager begeistert hat, auch ich habe die Verschiedensten Musikstile gesammelt, aber bei mir ging es immer wieder in Richtung Jeff Lynne und Roy Wood. Es war eine sehr unkomplizierte Zeit, es gab jede Menge Dorfdiscos und Privatfeten mit sehr viel Spaßfaktor. Erst sehr viel später wurde aus meiner Mini-E.L.O.-Sammlung eine Komplettsammlung, auch dank dem Face the Music Fanclub, der mir sehr half die Songs mit Lynne / Wood Beteiligungen zu orten und zu sammeln. Wobei man bei Jeff und Roy eigentlich nie von einer Komplettsammlung reden kann, da  immer wieder neues Material irgendwo auftaucht. Über Jahrzehnte wurde das Electric Light Orchestra und die Musik von Jeff immer wieder totgeredet, trotzdem ist es beachtlich wie oft Songs vom E.L.O. im TV und Radio gespielt werden. Selbst Coverversionen oder einzelne Segmente von Jeffs Songs tauchen immer wieder auf. Auch bei Filmproduktionen greift man des öfteren auf Lynne Musik zurück wie zum Beispiel der Kassenschlager Robin Hood mit Kevin Costner und dem Jeff Lynne Song WILD TIMES, oder die TV Produktion im Jahr 2005 Mutter aus heiterem Himmel mit MR. BLUE SKY. Gegenüber anderen Musikstilen ist die Musik vom Electric Light Orchestra, wie ich finde, Zeitlos. Irgendwann kam dann das Internet, an dem selbst ich nicht vorbeikam,  und ich versuchte mein Wissen und die Leidenschaft zur Musik von Jeff und Roy an andere weiterzugeben und beschloss eine eigene Homepage über das Electric Light Orchestra ins Leben zu rufen. Sehr viel Spaß bereiteten mir die Fantreffen von FTM Germany, die in fast zweijährigen Abständen stattfanden. Zuerst in  Bonn, dann in Freiberg, Stuttgart, Berlin, Frankfurt/M und Bremen. Mit all den Fans persönlich zu sprechen war Sensationell. Fazit der Sammelleidenschaft: Es kostet Zeit, Geld und viel Geduld... trotzdem, der Spaßfaktor bei diesem Hobby überwiegt. Ich hoffe noch jede Menge an Material von Jeff und Roy zu bekommen und wünsche allen genau so viel Spaß an der Sache.
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Fotos H. Scholz